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Diese Presserklärung wurde am 16. 4. 2010 von dem Journalisten Toine de Graaf in den Niederlanden veröffentlicht.

 

Retrovirus XMRV bei niederländischen Patienten gefunden

 

Gendringen, 16. April 2010. Im Februar gaben Forscher aus dem niederländischen Universitären Medizinischen Zentrum (UMC) St. Radboud bekannt, dass sie im Blut der niederländischen Patienten mit Chronic Fatigue Syndrom (ME/CFS ) kein XMR-Virus gefunden hätten. Sie verschwiegen dabei allerdings, dass amerikanische Forscher in Blutproben derselben Patienten doch Spuren des Virus feststellen konnten. Dies geht aus einer Internetveröffentlicung des Ortho-Magazins hervor, das heute online ging.

 

Seit vielen Jahren bereits haben Forscher nach der biologischen Ursache des CFS gesucht, aber immer ohne Erfolg. Im vergangenen Oktober haben US-amerikanische Forscher einen Durchbruch verkündet: Forscher des Whittemore Peterson Instituts (WPI) in Reno fanden bei vielen Patienten mit ME/CFS ein Retrovirus namens XMRV. Diese Studie wurde in dem führenden Wissenschaftsjournal Science nach einer Studiendauer von 2 ½ Jahren veröffentlicht.

 

Forscher am UMC St. Radboud hatten Zweifel und beschlossen, die Science-Studie zu wiederholen, und zwar mit gefrorenen Blutproben holländischer Patienten aus den Jahren 1991-92. Die Studie wurde sehr rasch unter der Leitung des experimentellen Virologen Dr. Frank Kuppeveld aus Nijmegen und dem Internisten Prof. Dr. Jos van der Meer durchgeführt. Aber sie fanden nichts. „Weder im Blut der 32 Patienten noch in dem der 43 Kontrollpersonen konnte das Retrovirus gefunden werden.“ Mit diesen Worten wurde das UMC St. Radboud in einer Presseerklärung von Ende Februar 2010 zitiert.

 

Jetzt ist herausgekommen, dass bestimmte Tatsachen verdeckt wurden. In dieser Woche wurde ein Brief von Annette Whittemore veröffentlicht, die das WPI leitet. In diesem Brief beschreibt sie, dass das WPI auf Anfrage von Frank Van Kuppeveld einige Blutproben der niederländischen Studienkohorte untersucht hat, und zwar vor der Beendigung der Nijmegen-Studie. Das WPI fand in diesen Blutproben Spuren des XMRV. Whittemore sagt, sie sei im Besitz der Email-Korrespondenz, die zeigt, dass Van Kuppeveld von den WPI-Ergebnissen wusste, bevor die niederländische Studie im British Medical Journal veröffentlicht worden war.

 

Die online-Veröffentlichung von Ortho liefert eine Rekonstruktion der Ereignisse auf der Grundlage eines Interviews mit Dr. Judy Mikovits, Leiterin der Forschungsabteilung am WPI. Die online-Publikation fällt mit dem Erscheinen der April-Ausgabe von Ortho zusammen, in der dem Thema XMRV weitere Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Weitere Informationen (auf Niederländisch):

 

http://www.ortho.nl/bestanden/artikelen ... sxmrvb.pdf

 


Last Update: 18 April 2010




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